
Damit Sie eine Wahl haben!
Infos für Unterstützer/innen hier
Wer mehr von mir lesen will:
www.textfabrikant.at
Aus meiner Sicht, ist unser größtes gesellschaftliches Problem eine Wachstumsideologie, die besagt: nur wirtschaftliches und technologisches Wachstum sei in der Lage, unseren Wohlstand dauerhaft zu erhalten und zu sichern.
Ich will hier kurz erläutern, warum ich nicht dieser Meinung bin und warum bedingungsloses Grundeinkommen und Wachstumsideologien untrennbar miteinander verbunden sind.
Wachstum ist der Motor unserer derzeitigen Wirtschaftsordnung.
Das Wachstum, das uns heute Wohlstand bringt, wird vom Konsum aller Bürgerinnen und Bürger in den Industrienationen angetrieben, den billigen Arbeitskräften in den unterentwickelten Ländern und den Maschinen in hochtechnisierten Fabriken, die die von uns konsumierten und verbrauchten Waren herstellen.
Wachstum hängt also eng mit unseren Produktions- und Konsumverhältnissen zusammen. Nur noch wir als Konsumentinnen/Konsumenten haben es in der Hand die Gesellschaft zu verändern.
Das setzt aber voraus, daß wir den Akt des Konsumierens politisieren.
Über die Zukunft unserer Welt wird längst nicht mehr an den Wahlurnen abgestimmt (Politik ist der Hanswurst der Industrie), sondern in den Kaufhäusern, Supermärkten und an Internetportalen.
Jeder Kauf oder Nichtkauf beeinflußt das Wachstum mehr als irgendeine Wahl.
Darum brauchen wir das bedingungslose Grundeinkommen
Das bedingungslose Grundeinkommen zu fordern, wäre für mich in gleichem Maße die logische Konsequenz für Gegenerinnen/Gegner und Anhängerinnen/Anhänger der Wachstumsideologie.
Im Falle, daß wir das Wachstum beschleunigen wollen, sollten wir die Menschen nicht an der Armutsgrenze halten, sondern sie mit genügend Geld versorgen, um sie zum Konsumieren zu animieren. Sie sollen es doch ausgeben, einkaufen gehen, sich die Haare schneiden lassen, sich amüsieren. Das ist der sicherste Weg, den Kreislauf von Produktion und Konsum anzuheizen und auszudehnen. (Mindestsicherung und Hartz IV können dies bei steigender Arbeitslosigkeit und damit einhergehnder Armut nicht in gleicher Weise gewährleisten.)
Es geht eben längst nicht mehr darum, ob wir arbeiten und Leistung erbringen oder nicht, sondern ob wir konsumieren oder nicht.
Im Falle, daß wir das Wachstum verringern wollen, müssen wir den Menschen genug Geld in die Hand geben, damit sie sich nicht weiter in Fabriken und Geschäften herumtreiben, die Produkte herstellen oder verkaufen, die kein Mensch für das Überleben braucht.
Wer das bezahlen soll?
Ganz einfach: jene, die genügend Geld zur Verfügung haben.
Jene, die an den derzeitigen Produktions- und Konsumverhältnissen überproportional verdienen. Jene, die im Familieneinkommen über mehr als 5000 € netto verfügen. Ich denke da käme eine hübsche Summe zusammen. Und vor allem jene, die von der Arbeit der Maschinen profitieren, die jedes Jahr tausende von Menschen am Arbeitsmarkt freisetzen.
Maschinen sind moderne Lohnarbeitskräfte
Wir sollten beginnen Maschinen wie Lohnarbeiterinnen/Lohnarbeiter zu behandeln. Jede Maschine sollte lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig gemacht werden. So könnten wir das Heer der Menschen absichern, die durch die Automatisierung der Gesellschaft freigesetzt werden.
Ich fordere eine Politik, die nicht Sozialkosmetik betreibt, sondern die Geselllchaft radikal neu denkt, ohne sklavisch am Begriff der Lohnarbeit zu hängen. Nur so, davon bin ich zutiefst überzeugt, wird es uns gelingen unseren Wohlstand zu erhalten bei gleichzeitigem Verzicht auf Wachstumsraten jenseits der drei Prozent.
Neueste Kommentare