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Ich wurde gebeten, eine Art Navigation durch den Dschungel meiner Texte bereitzustellen. Ich komme diesem Wunsch hiermit nach. Hier geht es zur Navigationsseite.

Diese mail kam auf meine Anfrage um eine Unterstützungserklärung von einer Wiener Gemeinderätin zurück:

 

Ich kann Deine Kandidatur aus Überzeugung nicht unterstützen, und ich versteh nicht, was Du Dir davon versprichst, außer Dich lächerlich zu machen.

Ich halte es auch für völlig richtig, dass die Grünen nicht viel Geld für eine aussichtslose Kandidatur zum Fenster hinauswerfen. Viel sinnvoller finde ich die Entscheidung, die Möglichkeit des öffentlichen Auftritts im Wahlkampf für Inhaltliches zu nutzen.

 

Ich bin auch nicht für alle Deine Positionen. Ich lehne ein bedungungsloses Grudneinkommen ab, weil ich es für kontraproduktiv vor allem für Frauen halte. Und wir treten für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ein. Diese Forderung wurde übrigens schon vor 99 Jahren beim ersten internationalen Frauentag gestellt und ist immer noch nicht umgesetzt.

 

Schließlich glaube ich nicht, dass Du im unwahrscheinlichen Fall Deiner Wahl irgendetwas von dem, was Du anprangerst ändern kannst.

 

Also sorry, von mir keine Unterstützung.

Liebe Grüße

 

 

Darauf habe ich folgende Antwort gegeben:

 

Ich danke dir für deine offenen Worte.

Mir ist klar, daß ich mit meiner Forderung nicht auf Grüner Linie bin.

 

Mir ist auch klar, daß manche glauben, daß wer seine Bürgerrechte in Anspruch nimmt (laut Verfassung steht mir eine Kandidatur zu), eine lächerliche Figur abgibt. Na das kannst du deinem Parteikollegen Ulrich von Habsburg ausrichten. Der wird sich freuen darüber.

Was ist bloß geworden aus dieser Partei, die sich früher nicht gescheut hat, sich lächerlich zu machen, wenn es um wichtige Positionen und Fragen ging. Ich erinnere mich mit Freude an die Auftritte der ersten Grünen Abgeordneten im Parlament zurück.

 

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist für Menschen wie mich, die ein Leben lang unter prekären Bedingungen, am unteren Rand des wissenschaftlichen und künstlerischen Proletariats lebten und auch so bezahlt wurden, die einzige Aussicht auf ein Einkommen, mit dem wir unser Auskommen langfristig einkommensmäßig sichern können.

Ich habe es satt mit die Demütigungen auf Arbeitsämtern, von Arbeitgeber/inn/en und Banken gefallen zu lassen.

 

Und kannst du mir sagen, wieso ein BGE von 1200 € Frauen benachteiligt?

Das kann ich gar nicht.

Eine alleinerziehende Frau mit einem Kind, würde nach meinen Vorschlägen 1700,00 € monatlich erhalten und das zwölf Mal im Jahr, mit einem geregelten Rechtsanspruch unabhängig vom Einkommen des Vaters.

Wieviel Alleinerzieherinnen haben jetzt ein solches Einkommen?

 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist schön und soll auch so sein.

Aber eines ist doch wohl klar. Was hilft mir gleicher Lohn für gleiche Arbeit, wenn er sich einem Bruttogehalt von 700,00 äußert?

 

Deine Statements beweisen nur, daß die Politik es weder mit dem Sozialstaat ernst meint, noch mit den Bürgerrechten. Bist du lächerlich, weil du für den Wiener Gemeinderat kandidiert hast und in diesem politischen Amt tätig bist?

 

Ist die politische Aussicht auf Erfolg heute tatsächlich das Kriterium für politische Aktionen und Kandidaturen. Müssen wir verzichten, weil wir chancenlos sind. Na dann sind wir wirklich am Ende angekommen als eine Partei, die aus einer Widerstandskultur hervorgegangen ist.

 

Ich stehe für die absolute Gleichstellung aller Menschen in diesem Land, ökonomisch, sozial und rechtlich. Unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Meinung. Wir brauchen radikale Formen der Umverteilung sonst liefern wir auch die Neuen Selbstständigen der Armut im Alter aus.

 

Was jetzt von allen Parteien gefordert wird, die Mindestsicherung, ist soziale Kosmetik. Und ich bin voller Wut, wenn Politikerinnen und Politiker mich glauben machen wollen, daß sie von einer sozialen Mission erfüllt seien udn dann mit caritativen Wohlfahrtsaktionen ankommen.

Gebt den Menschen Geld, hat schon Bertolt Brecht zu Politikerinnen und Politikern gesagt, wenn es um Künstlerinnen und Künstler ging. Laßt die Menschen teilhaben am Konsumkapitalismus. Mehr wollen sie ja gar nicht.

 

Politische Lippenbekenntnisse habe ich in den letzten fünfzehn Jahren genug gehört, auch von den Grünen. Also viel Spaß bei gleichem Lohn und gleicher Arbeit auf deinem hohen existentiellen Niveau.

In der Welt, in der ich lebe, wären manche schon froh, wenn sie überhaupt Arbeit hätten. Glücklich wären die meisten schon, wenn sie davon auch noch angemessen leben könnten.

 

Liebe Grüße

veröffentlicht in: Lesermeinungen - Community: Kultur-Schock
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Kommentare

Menschen mit der Intelligenz eines Dr. Bahr wären auch in der Lage sich entsprechend neu zu bilden und könnten dann auch mehr verdienen.
Aber lieber jammert er über seine prekäre Situation.
Ich habe schon einmal gesagt, ich bin auch für gerechtere Bezahlungen, aber bitte nicht für Null-Arbeit.
Mir ist schon klar, Hr. Bahr leistet ja auch etwas für die Gesellschaft,nur seine Arbeit wird anscheinend nicht gebraucht. Schade um die viele Zeit die er vertrödelt für seine Blogs,da könnt er wohl was produktiveres machen.

1200.€ Mindesteinkommen wäre gut, aber dafür auch wirkliche Arbeit. Und obergrenzen könnte man auch festlegen,oder wegsteuern.

Trotzdem seine geistigen Ergüsse sind interressant zu lesen.
Kommentarnr1 gepostet von pellet am 17.02.2010 à 12h31
Zitat pellet:

"1200.€ Mindesteinkommen wäre gut, aber dafür auch wirkliche Arbeit"

Ich bin ja wirklich gespannt, wann der/die letzte begreift, dass die Zeiten der Vollbeschäftigung vorbei sind!?
Kommentarnr2 gepostet von _skywalker_ am 17.02.2010 à 16h04
Da haben sie sicher recht,die zeiten der Vollbeschäftigung sind vorbei.
Aber die Zeit für ein Bbedingungsloses Grundeinkommen ist noch nicht gekommen.
Wenn schon Vollbeschäftigung nicht möglich ist, könnte man ja die Arbeit besser verteilen, also Arbeitszeit verkürzen.
Aber vielleicht kann jemand erklären wer das Grungeinkommen finanzieren soll,und was machen wir wenn bestimmt Jobs einfach nicht mehr gemacht werden, weil man auch ohne Arbeit sein auskommen finden kann.
Aber bitte eine realistische Erklärung, die auch umsetzbar wäre.
Kommentarnr3 gepostet von pellet am 17.02.2010 à 20h24
Hallo Pellet!

Wenigstens sind wir uns einig, dass es keine Vollbeschäftigung mehr geben wird.

Arbeitszeitverkürzung wäre auch eine Möglichkeit. Frankreich hat es mit der 35-Stunden Woche versucht. Meistens ist jedoch das Resultat, dass dann eben die vorhandenen Mitarbeiter dieselbe Arbeit
in weniger Zeit erbringen müssen - und wenn es sich mal nicht ausgeht, sind Überstunden zu leisten.
Übrigens, ich teile mit meinem Arbeitskollegen eine Planstelle für 1 1/2 Mitarbeiter. Jeder von uns arbeitet 30 Stunden die Woche. Aber das ist ein anderes Thema.

Es freut mich, dass Du Dich für das Grundeinkommen interessierst und nicht gleich abblockst. Antworten auf Deine Fragen findest Du auf
http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/index.php?option=com_content&view=section&layout=blog&id=3&Itemid=38&lang=de
Da gibt es unter "Häufig gestellte Fragen" die Punkte 1. Wie soll das bezahlt werden? und 13. Wird ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht dazu führen, dass die meisten Bürger nicht mehr arbeiten
werden?

Schöne Grüße

_skywalker_
Kommentarnr4 gepostet von _skywalker_ am 17.02.2010 à 21h29
leider stimmt das mit dem "sich-lächerlich-machen". statt mit überzeugung und verve in diskussionen einzusteigen, überwiegt bei vielen grünen oft die perfektion der "form". und dann diskutiert man stundenlang über "emotion" und wie man selbige "vermitteln" kann...

na wie wohl? indem man sein herz nach aussen trägt und sich mit überzeugung lächerlich macht. bin kein historiker, aber die geschichte gab schon viel zu vielen menschen recht, die zu ihrer zeit belächelt wurden.

weiter so!
Kommentarnr5 gepostet von martin konzet am 25.02.2010 à 23h41
Lieber Raimund Bahr, Danke für Deinen Mut, Dich lächerlich zu machen. Wenn alle, die als Spinner/innen titutliert wurden, aufgegeben hätten, wäre vieles an Positivem nicht passiert.
Kommentarnr6 gepostet von Petra Öllinger am 11.03.2010 à 19h37

Der Kandidat

  • Bundespräsident 2010
  • : Ich habe mir zum Ziel gesetzt für das Amt des Bundespräsidenten 2010 zu kandidieren. Hier erfahren Sie meine Beweggründe, meine Erfahrungen mit der Kandidatur, Medienberichte und vieles mehr.
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