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Ich sitze an der Korrektur meines bisher wohl schwiergsten Buches (Biographie zum bedeutensten österreichischen Kulturessayisten des zwanzigsten Jahrhunderts Günther Anders), das mich an den Rand meiner intellektuellen und schriftstellerischen Möglichkeiten gebracht hat.
Im Mai, wenn es in Marburg präsentiert wird und ich in der Hofburg
residiere (J), werden andere entscheiden, ob sich die Arbeit gelohnt hat.
Ich sehe der Kritik mit gemischten Gefühlen entgegen.
Bei meinen Korrekturen bin ich auf ein Zitat von Günther Anders gestoßen, das mich neuerlich in meinem Engagement für das bedingungslose Grundeinkommen bestärkt hat:
Wenn von ‚Sinn der Arbeit‘ überhaupt noch die Rede sein kann, dann besteht dieser nun – was wahrhaftig nicht verächtlich gemeint ist – im Empfang der Lohntüte. Da die Mehrheit unserer in den hochindustrialisierten Ländern lebenden Zeitgenossen nur diesen Sinn noch kennen, nur diesen noch kennen können, müssen wir von dieser Mehrzahl sagen, sie führe ein sinnloses Leben. Wobei wir freilich zugestehen müssen, daß das ‚sinnlose Arbeiten‘ vielleicht – nein: nicht sinnvoller, aber doch wohl erträglicher ist als das sinnlose Herumvergetieren der Arbeitslosen, denen noch nicht einmal sinnloses Arbeiten vergönnt ist. Es gibt nichts Herzzerreißenderes als das Heimweh der Arbeitslosen nach den guten alten Zeiten, in denen sie noch hatten sinnlos arbeiten dürfen.
Ich erlebe diese Heimweh der Arbeitslosen auch heute noch, immer, allüberall.
Dieses Heimweh nach Lohnarbeit ist die stärkste Waffe derjenigen, die uns in Knechtschaft der kapitalistischen Verhältnisse halten wollen.
Nur wenn wir unser Heimweh nach Lohnarbeit radikal in Frage stellen, werden wir zu einem freien, selbstbestimmten Arbeitsleben durchdringen.
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