Politik

BP3  Politik
   ist die Notwendigkeit,
   das Undenkbare denkbar zu machen
   und das Denkbare zu verwirklichen.

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Ich wurde gebeten, eine Art Navigation durch den Dschungel meiner Texte bereitzustellen. Ich komme diesem Wunsch hiermit nach. Hier geht es zur Navigationsseite.

Diskussionen über neue Formen des Wirtschaftens und Arbeitens werden zusehends auch in den Medien aufgegriffen. Es ist längst nicht mehr nur ein Nischenthema von alternativen und linken Organisationen.

 

Mit Verzögerung beginnt die sozialpolitische Diskussion der letzten Jahre um Neues Geld, neue Arbeitsformen und soziale Absicherung der Armutsgefährdeten auch in Österreich in die breitere Öffentlichkeit durchzudringen.

 

Das ist gut so.

 

Hier ein Beispiele: Format Online titelt

Systemwechsel. Wie wir unseren Lebensstandard ohne Wachstum halten können

veröffentlicht in: Notizen - Community: Kultur-Schock
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Als ich von meiner arbeitsmarktpolitischen Maßnahme nach Hause kam und dachte, das kann noch ein ganz netter Tag werden, habe ich das Radio eingeschaltet: Mittagsjournal.

Und schon war mir der weitere Tag verdorben.

 

Immer, wenn ich denke, es kann nicht mehr schlimmer kommen, setzt irgendjemand in Österreich noch eins oben drauf.

Heute war es H.C.Strache.

Er dachte in einem Interview laut über elektronische Fußfessel für Asylwerber nach, um nachvollziehen zu können, wo sich jede/jeder von ihnen aufhält. Ein ausgesprochenes Täterinnen/Täterprofl, daß der Chef der FPÖ hier für Hilfesuchende entwickelt.

 

Das wird wieder einen tollen Eindruck in der Welt machen, wenn der Chef jener Partei, die im selben Interview eine Kandidatur für die Bundespräsidentschaft ankündigt, mit elektronischen Fußfesseln für Asylwerberinnen/werbern droht.

 

Menschen mit haftähnlichen Aufenthaltszwängen und elektronischen Überwachungsbändern zu begegnen, wenn sie auf der Flucht unser Land erreichen, wird sie nur an ihre Herkunftsländer erinnern, aus denen sie vor Folter, Unterdrückung und wirtschaftlicher Not geflüchtet sind. Mit solchen Methoden setzen wir die von ihnen zu Hause erlebte Kriminalisierung und Demütigung nahtlos fort.

 

Was ist aus der guten, alten Unschuldsvermutung geworden, auf die wir in unserer Gesellschaft immer so stolz waren? Sie ist im Krieg gegen den Terror, auf den Schlachtfeldern von Afghanistan und dem Irak in Rauch aufgegangen.

 

Heute ist jede und jeder potentiell schuldig.

Und wer sich auf die Unschuldsvermutung beruft, macht sich ohnehin verdächtig, hat sicher was zu verbergen.

 

Willkommen in Europa.

Willkommen in Österreich.

Sind sie auf der Flucht, dann lassen sie alle Hoffnung auf Freiheit fahren.

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Heute erster Tag in der arbeitsmarktpolitischen Maßnahme (siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Ma%C3%9Fnahme) in Bad Ischl: Qualifizierung und Bewerbungstraining.

Rechtlich ist eine Maßnahme laut Wikipedia: „das hoheitliche Handeln, das in die (Grund-)Rechte einer Person eingreift und gegen deren Willen vollzogen wird. Maßnahmen können nur von zuständigen Amtsträgern angeordnet und durchgeführt werden.“

 

Mir wurde vom zuständigen Amtsträger (AMS-Berater, was für ein schönes Wort) eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme verordnet und in meine (Grund-)Rechte eingegriffen.

Warum gegen meinen Willen? Ganz klar. Stimme ich der Maßnahme nicht zu, werde ich durch Streichung meiner Notstandshilfe oder Androhung anderer Sanktionen gemaßregelt.

Die Maßnahme verfolgt, neben dem Disziplinierungs- und Demütigungseffekt, kein anderes Ziel, als mich aus der Arbeitslosenstatistik herauszulösen. Zumindest für ein paar Wochen.

 

Ich bin dankbar für diese Maßnahme, denn sie verschafft mir Einblick, was diese Gesellschaft aus Arbeitslosen macht. Dazu ein Satz aus der Maßnahme: Überlegen Sie, wie Sie die „Marke Ich“ bewerben und Ihre Arbeitskraft, Ihre Kenntnisse, Ihre Stärken besser verkaufen können.

 

Der Mensch, das in der Aufklärung gefeierte, freie Individuum zum Markenzeichen verkommen, zum Verkauf auf den Arbeitsmarkt gezwungen, als Ware verfügbar.

Billig und willig.

 

Ist der Mensch nicht mehr Konsumentin/Konsument, Produzentin/Produzent wird er automatisch zur Ware. Der Kreislauf aus Produktion, Konsum und Verkauf schließt sich beim Arbeitslosen.

Das neue Heer der Verdammten sind in den Industrienationen längst nicht mehr die Arbeiterinnen/Arbeiter, sondern die Arbeitslosen.

Und das nicht weil sie arm wären, sondern weil sie zur Ware herabgewürdigt wurden.

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Sehr geehrter Herr Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

 

Ein markantes Kennzeichen österreichischer Innenpolitik ist, daß die meisten Politikerinnen und Politiker, wenn sie aus ihren Ämtern ausscheiden und in andere Bereiche wechseln, plötzlich bei wesentlichen Entscheidungen, die sie in der Vergangenheit mitgetragen haben, nicht mehr dabei gewesen sein wollen (oder alles ganz anders war ...).

 

Das ist doch eine mehr als seltsame „politische Kultur“ in diesem, unserem Land.

 

Sie, Herr Bundespräsident, sind seit 48 Jahren in der Politik und wie ich denke, seit sicher 48 Jahren Sozialdemokrat. In einem Interview aber mit der Tageszeitung „Österreich“ bringen Sie nun uns, dem „Volke“, folgendes zur Kenntnis:

 

„Ich betrachte mich seit meiner Angelobung als Bundespräsident, der über den Parteien steht – und werde deshalb auch ein Kandidat sein, der über den Parteien steht. Meine Kandidatur wird von Persönlichkeiten der verschiedensten politischen Lager getragen.“ Österreich, 25.12.2009

 

Was ich dabei nicht ganz verstehe, sehr geehrter Herr Dr. Fischer, ist: Wie kann eine Person, die 48 Jahre sozialistische (nach Umbenennung der Partei, sozialdemokratische) Werte vertreten hat, eine zentrale Figur der österreichischen Innenpolitik war und für diese auch zu großen Teilen mitverantwortlich ist, insbesondere als bekennender Großkoalitionär; wie kann eine solche Person, nachdem Österreich offensichtlich in eine einmalige, beängstigend-bedrohliche, sozial- und demokratiepolitisch bedenkliche Misere geraten ist, plötzlich aus seiner parteipolitischen „Haut fahren“, nichts Wesentliches zu all diesen besorgniserregenden Entwicklungen und Ereignissen sagen und sich gleichzeitig en passant zum (über)politischen Gewissen aller Österreicherinnen und Österreicher umwidmen?

 

Wahrscheinlich ist eine solche Wandlung nur mit eiserner, geistiger Disziplin möglich, die einen ebenso beschämenden wie alltäglichen Teil unserer bereits benannten, so seltsamen österreichischen Kultur des Beschwichtigens und Verdrängens ausmacht.

 

Niemand sagt, was er denkt.

Alle sagen, was alle hören wollen.

 

Ich kann einfach nicht glauben, sehr geehrter Herr Dr. Fischer, daß ihre sozialistische Gesinnung von damals nur ein Mittel zum eigentlichen Zweck des Machterhaltes jener Partei diente, der sie jahrzehntelang dienten und Ihre heutige „Überparteilichkeit“ denselben Zweck erfüllt?

 

Ich wäre wirklich sehr erfreut, wenn Sie mir eine kurze Stellungnahme zu diesem Sachverhalt geben könnten.

 

Sehr erfreut wäre ich aber auch, wenn Sie die Berichterstattung der letzten Tage zum Anlaß nehmen würden und öffentlich kurz erklären, was Sie darüber denken – als Bürger, als Sozialdemokrat, als Republikaner -, daß sich die Österreicherinnen und Österreicher nichts mehr als einen „Ersatzkaiser“ wünschen (einen in ihrer „Person“) und daß die Österreicherinnen und Österreicher eigentlich und letztlich doch lieber auf demokratische Wahlen mit Gegenkandidaten verzichten möchten.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Mitbewerber um die Präsidentschaft 2010

Dr. Raimund Bahr

veröffentlicht in: Mails an Heinz Fischer - Community: Kultur-Schock
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Habe heute auf twitter von groebchen folgenden Satz gelesen:

"Ich war vor Ort und habe mir die Sorgen der Menschen ganz genau angehört". Ich reagiere zunehmend allergisch auf diesen Politiker-Stehsatz.

 

Dieser Satz ist wirklich unglaublich dumm, weil er meist nichts bewirkt, außer mediale Aufmerksamkeit. Im Allgemeinen und auch im Speziellen nicht. Selbst wenn Politikerinnen und Politiker wirklich mal vor Ort waren, fahren Sie doch meist mit ihren Autos oder Tourbussen wieder nach Hause, in ihre warmen Stuben, in ihre Ratskabinette, in ihre pensionsberechtigten Funktionen.

 

Und was machen sie dann mit dem Gehörten? Ändern sie ihre politische Einstellung, ändert das etwas, an ihrer Art politische Handlungen zu setzen?

Wer das glaubt, hat nichts verstanden von Politik. Politikerinnen und Politiker lassen sich nur schwer von dem, was sie sehen, hören oder lesen beeindrucken. Täten sie das, müßten sie gegen das eigene politische System rebellieren, das eben diese Verhältnisse, die sie sich ansehen, anhören und anlesen, hervorbringt.

 

Politikerinnen und Politiker, die sich von der Welt berühren lassen, werden immer seltener, weil es sie in den Abgrund ziehen würde, die der eigene Berufsstand für sie offen hält: gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen, die das, was sie gesehen, gehört und gelesen haben, nicht mehr geschehen läßt.

 

Würden Politikerinnen und Politiker sich berühren lassen von der Welt, wäre unser heutiges politisches System erfüllt von gesellschaftlichen Visionen und Utopien, die im Wettstreit miteinander darüber liegen würden, welche von ihnen besser in der Lage sind eine gerechtere, friedlichere und sicherere Welt herzustellen.

veröffentlicht in: Lesejournal - Community: Kultur-Schock
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Der Kandidat

  • Bundespräsident 2010
  • : Ich habe mir zum Ziel gesetzt für das Amt des Bundespräsidenten 2010 zu kandidieren. Hier erfahren Sie meine Beweggründe, meine Erfahrungen mit der Kandidatur, Medienberichte und vieles mehr.
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