Politik

BP3  Politik
   ist die Notwendigkeit,
   das Undenkbare denkbar zu machen
   und das Denkbare zu verwirklichen.

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Ich wurde gebeten, eine Art Navigation durch den Dschungel meiner Texte bereitzustellen. Ich komme diesem Wunsch hiermit nach. Hier geht es zur Navigationsseite.

Am 2. März 2010 beginnt die Unterzeichnungsfrist für Unterstützungserklärungen, die es mir ermöglichen für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren. Sollte ich die 6000 Unterschriften sammeln können (mehr dazu hier) und meine Kandidatur zum Erfolg führen, dann bin ich in der komfortablen Lage, ein Gehalt von ca. 23.000,00 € brutto zu beziehen.

 

Ich selbst halte 23.000,00 € brutto als Einkommen für den Bundespräsidentenjob zu hoch. Der Bundepräsident in Österreich hat wenig Attentats-Risiko und im Zweifelsfall kann er sich aus allem raushalten und das mit seiner politischen Neutralität argumentieren.

 

Wenn ich nach der Vorausscheidung am 26. März 2010 noch im Rennen bin und am 25. April 2010 von den Wählerinnen und Wählern zum Bundespräsidenten gekürt werde, wird es nicht nur ein großes Fest geben, sondern auch eine Tombola.

 

Ich verlose im Falle meiner Wahl zum Bundespräsidenten für die Dauer meiner Amtszeit fünf bedingungslose Gurndeinkommen in Höhe von 1.000,00 € (auszuzuahlen 12 mal jährlich) unter den Menschen, die für mich eine Unterstützungserklärung abgegeben haben.

 

Meine Forderung an die politischen Eliten dieses Landes, die zum Teil Einkommen beziehen, die jenseits jeder moralischen Argumentation liegen lautet:

Bedingungsloses Grundeinkommen jetzt!

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Von einem Leser meines Blogs wurde ich gefragt:

Wie stehen sie zur Türkei als EU-Mitglied? Wo sehen sie Probleme, welche Vorteile könnte es geben - und: wie soll sich Österreich verhalten? EU-Linie oder nicht?

 

Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Frage.

 

Einerseits gehört die Türkei historisch zum europäischen Erbe. Immer wieder wurden Annäherungs- und Kolonisierungsversuche von beiden Seiten gestartet. Mit mehr oder weniger Erfolg. Wenn ich mir Istanbul ansehe, dann denke ich, ist es eine sehr europäische Stadt.

 

Anderseits könnte ich natürlich den Kritikern eines Beitritts folgen und sagen, die Türkei ist demokratiepolitisch nicht reif, es ist ein muslimisch dominiertes Land usw.

 

Letztlich hängt die Frage Türkei-Beitritt ja oder nein für mich (der keine pathologische Angst vor anderen Kulturen, Religionen oder Menschengruppen hat), mit der viel grundsätzlicheren Frage zusammen, wie weit will sich die EU ausdehnen und welche Ziele sie womit verfolgt.

 

Will die EU weiter vor allem ein Wirtschaftsraum sein, dann macht der Beitritt der Türkei Sinn. Die Türkei ist schließlich das Tor in den Fernen Osten. In die Krisenregionen Irak, Afghanistan und Iran. Wollen wir mit diesen Ländern Handel treiben, brauchen wir die Türkei als Transitland, wenn wir uns nicht ausschließlich von Russland abhängig machen wollen. Als säkularisierte islamische Nation könnte sie eine Brückenfunktion und einen Brückenkopf in den Fernen Osten sein.

 

Ich selbst hätte letztlich kein Problem mit einem Beitritt der Türkei zur EU.

 

Was ich nicht ganz verstehe ist, warum alle in die EU wollen?

Ich weiß, es ist heute beinahe unvorstellbar, daß wir nicht mehr bei der EU wären.

Aber die Schweiz ist auch nicht dabei und auch nicht zugrunde gegangen.

Ich bin gegen die EU als reine Wirtschafts- und Verteidigungsunion.

 

Gesetzgebungskompetenz fließt nach und nach aus den Nationalstaaten ab.

Das kann manchmal nützlich, manchmal schädlich sein.

 

Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, daß die EU (und damit auch Österreich) gegenüber dem Beitritt der Türkei herumlaviert. Ich bin der Meinung wir sollten klar Stellung beziehen.

 

Wollen wir den Beitritt, dann sollen die Verhandlungen geführt werden.

Wollen wir ihn nicht, dann sollten wir das auch sagen.

Aber Verhandlungen zu führen und gleichzeitig Signale zu senden, daß wir den Beitritt vielleicht am Ende gar nicht zulassen werden, ist nicht nur unfair, sondern auch politischer Opportunismus.

 

Ich weiß, daß das Folgende nicht populär ist, aber ich schreibe es trotzdem, weil ich meine, daß es ein Kernproblem der Union im gesamten und Österreichs im speziellen thematisiert: Die Frage der christlichen Wertegemeinschaft.

 

Wir in Europa sind mehrheitlich Christen. Macht uns das aber automatisch zu einer christlichen Wertegemeinschaft? Gehören alle, die nicht dem Christentum anhängen dann nicht dazu? Da wäre ich als Atheist durchaus auch ein Ausgeschlossener. Diese Union könnte dann niemals meine Union sein.

 

Wenn wir es mit der Religionsfreiheit ernst nehmen, muß sie für alle gelten.

 

Ich trete aus rechtsstaatlicher Sicht für eine strikte Trennung von Staat und Kirche eine. Religion und Kirchenzugehörigkeit sind Privatsache und vereinsrechtlich, organisationsrechtlich zu behandeln. Der Staat hat hier nur ein Regelwerk zu schaffen, unter welchen Bedingungen sich rekigiöse Vereinigungen oder Kirchen betätigen dürfen.

 

Sollte es überhaupt irgendeinen vernünftigen Grund geben, der Türkei den Beitritt zu verweigern, dann müßte er lauten: Klare Trennung von Staat und Kirche. Anerkennung der Religionsfreiheit. Anerkennung der von allen Nationen festgelegten rechtsstaatlichen Bestimmungen.

 

Das würde aber bedeuten, daß sich Österreich mal selbst an der Nase nehmen müßte und die Trennung von Staat und Kriche endlich einmal selbst vollziehen sollte.
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Interview in der Internet Zeitschrift Das Journal
http://www.dasjournal.net/news/463/ARTICLE/26433/2010-01-29.html

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Standard Artikel

Ich bekenne mich zu dem, was der Standard-Online vom 27.1.2010 über meine Kanditatur zum Bundespräsidenten 2010 schreibt: „Das Resümee des Möchtegern-Kandidaten“.

 

Ja, ich bin der Möchtegern-Kandidat, denn ich möchte gerne kandidieren, um das politische System herauszufordern, damit wir begreifen können (anschaulich, nachweisbar, in einer Art Fallstudie), wie es funktioniert. Dokumentation von politischen Verhältnissen ist Teil von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen.

 

Günther Anders hat einmal geschrieben: Wir müssen nicht nur dafür sorgen, daß wir die Gesellschaft verändern, das tun wir meist ohnehin, meist auch ohne unser (bewußtes) Zutun, wir müssen sie auch verstehen (interpretieren), um sie verändern zu können.

 

Ich möchte verstehen, was um mich passiert.

Und wenn ich es verstanden habe, werde ich handeln.

Im Falle des Bundespräsidenten habe ich zuvor eine Analyse gemacht und festgestellt, daß dieses Amt jeder/jedem Bürgerin/Bürger zusteht. Veränderung kann nur bedeuten, daß ich thematisiere, wie theoretisch dieses Recht ist.

 

Ökonomie, Organisationsgrad und Parteienunterstützung bestimmen in diesem Land den Bundespräsidenten. Die Wahl danach ist im besten Fall von einer Vorselektion bestimmt, die eine möglichst große Vielfalt zuläßt. Im schlechtesten Falle schaffen es nur diejenigen zur Kandidatur, die die Macht bestimmter gesellschaftlicher Lobbygruppen oder genug Ökonomie im Hintergrund haben.

 

Der Text von Standard Online im Wortlaut

 

Ein Historiker will in die Hofburg

Raimund Bahr stellt sich ohne Partei im Rücken der Wahl. Als Bundespräsident will der 47-jährige Historiker die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens von rund 1000 Euro vorantreiben. "Das Einzige, womit wir die Krise heute noch bewältigen können, ist Konsum" , bekräftigt Bahr, der für die "BürgerListe St. Wolfgang" als Gemeinderat aktiv ist.

Derzeit lernt der Initiator eines Forums über den Philosophen Günther Anders im Rahmen einer arbeitspolitischen Maßnahme Webdesign. Die Uni-Proteste unterstützt Bahr, "weil ich glaube, dass unsere Unis zu Ausbildungsinstitutionen verkommen.“

Resümee des Möchtegern-Kandidaten: "Man muss das politische System herausfordern, um zu sehen, wie es funktioniert." (gcm)

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Ich habe heute einen wirklich aufschlussreichen Anruf eines engagierten Aktivisten bekommen, der mit mir ein längeres und sehr interessantes Gespräch geführt hat.

 

Dieser Mann hat bei einigen Wahlkämpfen mitgewirkt, politische Eigenvermarktungen versucht, einige Erfahrungen mit der Politkultur in Österreich gesammelt, ist jetzt Unternehmer und leitet eine Werbeagentur.

 

Er ist der Auffassung, daß eine Kandidatur zum Bundespräsidenten nur zu schaffen ist, wenn sie generalstabsmäßig geplant wird und ich es schaffe, vor zahlreichen Gemeindeämtern Studenten und Studentinnen zu postieren, die für mich Unterstützungserklärungen sammeln.

 

Dafür ist unbedingt Politsponsoring notwendig.

 

Die Studenten müßten natürlich mit 7,00 € die Stunde bezahlt werden. (Das finde ich zwar unterbezhalt, scheint aber üblich zu sein. So schafft sich die Politik ihr eigenes Polit-Prekariat.)

2 Unterschriften pro Stunde seien damit realistisch zu holen.

Das bedeutet eine Unterschrift ist 3,50 € wert.

 

Demokratische Bürger/innen-Beteiligung und die Umsetzung meiner verfassungsmäßigen Rechte lassen sich also tatsächlich in Geldwerten messen.

 

Das Ergebnis des Gespräches übersetzt und zusammengefasst: Wenn es mir nicht gelingt 21.000,00 € zu besorgen, um damit Leute zu finanzieren, die mir helfen, unbeteiligten Passantinnen und Passanten vor Gemeindeämter aufzulauern, ist mein verfassungsmäßiges Recht nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben steht.

 

Versuche ich es dennoch, werde ich Scheitern, das ist die Prognose.

 

Ich kann dem nichts abgewinnen.

Ich will nicht glauben, daß Demokratie nur mit Geld zu machen ist.

Das wäre die Bankrotterklärung aller politischen Möglichkeiten in diesem Land.

 

Das würde bestätigen, was alle immer schon sagen:

Wer geldlos ist, ist machtlos.

 

Mit einem solchen Denken liefern wir die Arbeitslosen, die Armen, die Migranten/innen, die „working poor“, die „Prekarisierten“ alleinig der Parteiendemokratie aus.

 

Wer nicht mit den Parteien ist, dem bleibt bloß die Ohnmacht.

 

Die Botschaft lautet:

Jenseits der Parteien stehen die Bürger/innen alleine und auf verlorenem Posten.

Ausweglos und ausgeliefert lauert jenseits der Parteien der Untergang der Demokratie.

 

Ich sage und halte dagegen:

Jenseits der Parteien finden wir das Denken, das uns eine Aussicht auf Veränderung ermöglicht.

 

Solange wir Politik mit Geldeinheiten bewerten, werden wir den Mut für ein Denken jenseits der Parteien nicht aufbringen und unser politisches Engagement wird sich in Stammtischgedröhne erschöpfen.

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Der Kandidat

  • Bundespräsident 2010
  • : Ich habe mir zum Ziel gesetzt für das Amt des Bundespräsidenten 2010 zu kandidieren. Hier erfahren Sie meine Beweggründe, meine Erfahrungen mit der Kandidatur, Medienberichte und vieles mehr.
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